Toilettenschrank
Holzschrank mit eingebautem Plumsklo, braun gestrichen, Oberseite zum Hochklappen, Vorderseite zum Aufklappen als Tür, Zwischenboden mit Loch und "Klodeckel" zum Hochklappen, Vorderseite innen mit Schiebetür für Zugang zum Kloeimer. Im Schrank steht ein Emailleeimer.
Der Schrank ist mind. 100 Jahre alt und nicht mehr verwendet seit 1921.
Überkoch-Verhüter
(Milchwächter – Milchhüter – Milchwunder – Milchklapper)
Das Museumsstück ist eine runde, weiße Porzellanscheibe mit dekorativem Muster und beidseitiger Einkerbung am Rand. Sie wird auf den Boden eines Milchtopfes gelegt.
Die Scheiben wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt (1900-1950)
Funktion:
An der Stelle, wo die Porzellanscheibe am Topfboden aufliegt, erwärmt sich die Milch schneller als an der übrigen Fläche. Grund dafür ist der Zwischenraum zwischen Topfboden und Wölbung des Milchwächters. Es bildet sich dort Dampf, der, wenn der Siedepunkt erreicht ist, soviel Kraft entwickelt, die Hälfte der Porzellanscheibe anzuheben, an der sich das Loch bzw. die Einkerbung befindet. Der Dampf kann entweichen und der Milchwächter fällt polternd alarmschlagend auf den Topfboden zurück. Die lauten Klappergeräusche sind das Signal den Milchtopf vom Herd herunter zu nehmen.
Hersteller : u.a. Frauenlob
Maße : 7cm x 1,5 cm Höhe
Quelle: https://antikehaushaltswaren.wordpress.com/2016/02/28/antike-kleine-haushaltshelfer-und-ihre-geschichte/
Weihnachtsbaum–Zweitnutzung (upcycling)
Wie wäre es mal mit einem selbstgeschnitzten Rührgerät, auch Quirl genannt aus dem Weihnachtsbaum?
Je nach gewünschter Quirlgröße den entspr. Teil des Baumes absägen, Rinde entfernen, bei Bedarf in Form binden und
im heißen Wasser spannen, abkühlen und Quirl in Form schnitzen und schleifen
-> fertig zur Nutzung
Bereits die Kelten benutzen diese Art von Quirlen. Bei Grabungen der Siedlung Liptovská Mara II. der Früh- und Mittellatènezeit wurden Holzquirle in der Slowakei gefunden
(Quelle: wikipedia.org/wiki/Quirl)
In Thüringen wurden und werden diese großen Quirle hergestellt aus dem Weihnachtsbaum zur Herstellung der Thüringer Klöße verwendet
Im Hauswirtschaftsmuseum kann man ein solches Exemplar finden und deren Herstellung erklärt bekommen.
Passend zur Weihnachtszeit haben wir ein besonderes Stück.
Was ist eine Bescherungsbremse?
Ein kunsthandwerkliches Stück, welches aus wertvollem Stoff und verziert mit Klosterarbeiten ein kleines Jesuskind beherbergt.
Dieses Stück hängte man am Heiligabend von innen an das Schlüsselloch der Stubentür, um den Blick auf das Christkind vor neugierigen Kinderaugen zu verhindern.
Ein sehr schöne Idee, liebevoll gestaltet.
Diese Kugelwaschmaschine mit Handkurbel ist besonders umweltfreundlich. Sie benötigt keinen Strom. Sie kann weder Wasser heizen, noch kann sie spülen oder schleudern. Wasser muss man mit Hand auffüllen.
Aber sie unterstützte die Frauen bei der Hausarbeit.
Eines unserer Museumsobjekte ist eine Mappe mit ca. 100 Blättern aus dem Jahre 1925-27.
Die Mappe enthält Poesiesprüche eines Karl Wieland wunderschön auf Büttenpapier geschrieben und mit gepressten Pflanzen verziert.
Hier eine kleine Auswahl.
Es schon interessant, welche kuriosen Gegenstände beim Digitalisieren des Musuemsbestandes zu Tage kommen!
Mit der Inventarnummer 489 ist ein "Darmentlüfter" inventarisiert.
Eine unscheinbare Papprolle von 9cm Länge und 2,5cm Durchmesser brachte ein güldenes metallisches "Etwas" hervor. Dieses Etwas war bei einer Haushaltsauflösung einer sehr alten Dame im Jahre 2011 übernommen worden.
Die Gründe waren wohl, weil es als interessant und damals schon als eher selten und unbekannt eingestuft wurde und aussah wie ungenutzt!
Nun stand die Frage im Raum: Aufheben oder aus hygienischen Gründen wegwerfen!
Denn wie der Name schon sagt, dient es zum Darmentlüften.
Wir haben uns entschieden es aufzuheben, aber aus hygienischen Gründen desinfiziert und eingeschweißt. So kann es nun als Kuriosität im Hauswirtschaftsmuseum erhalten bleiben.
Recherchen im Internet ergaben, dass es solche "Geräte" heute noch gibt, allerdings meist aus Kunststoff.
Hier [803 KB]
finden man die originale Gebrauchsanleitung.
Viel Spaß beim Lesen und Recherchieren im Internet unter welchen weiteren Namen diese Geräte noch laufen.
Musterbuch der Firma Wildbrett mit Pergamentmustern von 1882.
Dieses Musterbuch erhielt eine Goldmedaille in Nürnberg.
Weitere interessante Informationen zum Thema Pergament und deren Herstellung sowie die Geschichte der Firma Wildbrett findet man hier:
dokumentation-pergamentausstellung.pdf [1.619 KB]
Früher stand dieses Gerät in allen Büros und die Bleistifte wurde bis zum letzten Zentimeter gespitzt.
Der Stift wurde eingeklemmt und durch die Federkraft nach innen gedrückt und gespitzt.
Diese Spitzmaschine/ Bleistiftanspitzer Marke FAFNIR 2 ist eine Frässpitzmaschine mit Walzenfräser.
Der Hersteller war Eduard Heister als besitzer der Firma M.E.N. = M. Erlebach Nachfolger aus FFm = Frankfurt /Main.
Genaueres dazu findet man auf der Internetseite Link zu Patentinformationen FAFNIR
Ein Abakus ist ein einfaches mechanisches Rechenhilfsmittel. Es enthält Kugeln, meist Holz- oder Glasperlen. Je nach Ausführung wird auch die Bezeichnung Zählrahmen oder Rechenrahmen verwendet. Der Abakus ist eines der ältesten bekannten Rechenhilfsmittel und vermutlich sumerischen Ursprungs. Bei der Anwendung des Abakus wird gerechnet, indem durch Addieren positiver oder negativer Zahlen jeweils unmittelbar die neue Summe als Ergebnis eingestellt wird.
Durch den Eisatz von Schraubgläsern gerät dieser Öffner für Weckgläser mehr und mehr in Vergessenheit.
Bei Haushaltsauflösungen findet man dann solch einen Hebel und weiß nichts mehr damit anzufangen.
Von den Nachfahren einer Frau (1928 geboren) erhielten wir 3 gestrickte Menstruationsbinden, die diese noch unbenutzt aufgehoben hatte.
Aus Erinnerung fertigte eine Dame einen Gummigürtel, wie diese Binden befestigt und getragen wurden.
Damals eine Errungenschaft für die Frauen.
Aus Umweltsicht zur Abfallvermeidung sicher gut. Heute gibt es auch wieder Stoffbinden, die wiederverwendbar sind, aber sicher wesentlich komfortabler zu tragen.
Hier ein Link auf einen interessanten Artikel zu der Geschichte der Menstruation, in welchem diese Stücke auch vorkommen.
https://kulmine.de/magazin/menstruation/eine-kurze-geschichte-der-menstruation/
Quickly - das Zepter in der Küche
Gekauft am 11. Juli 1961,
noch in der Originalverpackung
Hersteller: Fa. Michael Winter; Spezialfabrik für Elektrokleinstmotoren und Gerätebau München; Marbachstr. 9
Aus der Gebrauchsanleitung:
QUICKLY
- ist in seiner Konstruktion und Arbeitsweise einmalig und unerreicht
- Braucht nicht zusammengesetzt oder zerlegt zu werden. Mit Standardmesser allein ist QUICKLY schon komplett.
- Arbeitet in jedem Gefäß, auch in der kleinsten offenen Schale ohne zu spritzen. QUICKLY ist an keine Mengen gebunden; auch kleinste Mengen werden verarbeitet.
- hinterläßt keine Reste und reinigt sich selbst in Sekundenschnelle.
- braucht keine Wartung oder Pflege, er ist immer gebrauchsfertig. Die Handhabung ist denkbar einfach.
QUICKLY leistet folgende Arbeiten in der Küche
zerkleinert Gemüse, Früchte, Rohkost, Nüsse, Mandeln, Zitronat, Paniermehl und dgl.
passiert Suppen, Saucen, Kleinkinder- und Krankenkost
püriert Kartoffeln und Speisereste, fein und knötchenfrei
rührt feinen Kuchen und Omeletteteig, sowie Majonaisen, Cremes und dgl.
quirlt Mischgetränke, Cocktails, Fruchtbecher, auch unter Verwendung von Trockenmilch und Trockenei.
mischt die verschiedensten trockenen und nassen Substanzen
schlägt Sahne, Cremes und Eierschnee.
Alle reden von heute Nachhaltigkeit. Doch ganz viele Menschen reparieren heute keine Kleidung mehr, sondern entsorgen diese und kaufen neu.
Ganz extrem ist dies bei Socken. Meistens werden sie weggeschmissen, wenn Sie ein Loch enthalten. Es "sieht nicht gut aus", mit einer gestopften Socke rumzulaufen.
Früher war es selbstverständlich, dass repariert, geflickt und erneuert wurde, solange es ging.
Meist nutzte man hierfür sogenannte Stopfeier oder Stopfpilze.stopfei-und-stopfpilz.jpg
Schon diese Werkzeuge sind heute vielen unbekannt.
Erst recht das Stück des Monats - Der Stopfapparat.
Dieses Gerät, bestehend aus einem Blech mit Haken und einer Holzscheibe mit Rille, die mittels Gummi an dem Blech befestigt wird, diente dazu, über eine große Fläche ein ganz sauberes "Web-/Stopfbild" zu erzielen. Laut Anleitung sei dies spielend leicht.
Ob dies schneller und besser funktioniert als mit einem einfachen Stopfpilz, sei dahingestellt. Mit Übung und für spezielle Anwendungsfälle macht es eventuell durchaus noch Sinn. Falls Sie also irgendwo ein solches Gerät auf dem Dachboden oder den Nähutensilien Ihrer Großeletern finden, dann probieren Sie es doch einfach mal aus. Man findet im Internet auch Anleitungen, wie dieses Instrument gehandhabt werden soll.
Schauen Sie doch auch mal unter Museum nach unseren neuen Museumsstücken.
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