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DAS SCHWOIRMÄNNDLE (2016) (GEORG FRITZ)
 

Es sei in den ersten Jahrzehnten nach dem 30-jährigen Krieg gewesen, so geht die Sage, als ein Bobinger Händler mit seinem Gäuwägele durchs Diebeltal heimwärts fuhr. Schon seit dem Morgen unterwegs, war er gegen Abend eingekehrt, hatte in einer Dorfwirtschaft noch ein paar Zecher gefunden, und beim Kartenspiel ging der Abend rasch vorbei. Es ging bald der Mitternachtsstunde zu, als die Heimfahrt angetreten wurde. Ein gutes Stück, ehe das Sträßlein den Wald verließ, verfolgte das in der Gegend gefürchtete Schwoirmänndle den Heimfahrenden. Der Geist, als mächtige Gestalt mit wehendem Haar und leuchtenden Augen erkennbar, fuchtelte mit seinen langen Armen und schrie immer wieder: „Hoihoihoi!“. Dabei krachte es hinter dem Gäuwagen her, wie wenn alle Äste des Waldes aneinander schlügen, und dem Bobinger war es, als würfe der Geist mit feurigen Tannenzapfen nach ihm. So rasch der Händler auch seinen Gaul antrieb, der unheimliche Geist folgte doch immer im gleichen Abstand. Da wurde es dem Furchtlosen zu dumm. Mit angestrafften Zügeln brachte er den Gaul zum Stehen, drehte sich auf dem Wagen um, und knallte in Richtung des Geistes kräftig mehrmals mit seiner Peitsche und schrieb dann mit ihr ein Kreuzeszeichen in die Luft, worauf der Geist verschwand und Mann und Gaul sicher Bobingen erreichten.
Zur Verfügung gestellt von Georg Fritz





Kaiser Maximilian I. in Bobingen (1/2019)